Kuriose Unfälle beim Tauchen kommen immer mal wieder vor. Jetzt erlitt der englische Taucher und UW-Fotograf Gavin Anderson solch einen Tauchunfall der besonderen Art. Schuld war die unheilvolle Kombination aus ABC-Pflaster und Nitrox.

Aufgrund von Rückenbeschwerden hatte sich Gavin in Höhe der Lendenwirbelsäule ein ABC-Pflaster (Wärmepflaster) auf den Rücken geklebt. Diese Pflaster geben meist den Wirkstoff Capsaicin an die Haut ab, fördern so die Durchblutung und sorgen für eine gleichbleibende Erwärmung der gepflasterten Körperpartie – gut gegen Rückschmerzen und andere Wehwehchen. Harmlos also. Das dachte sich auch Gavin als er samt Pflaster in seinen Trocki stieg und zu einem Nitroxtauchgang aufbrach.

Auf 50 Metern Tiefe passierte dann das, was in keinem Beipackzettel steht: Das Nitrox in seinem Trocki reagierte chemisch mit dem Wirkstoff des Wärmepflasters. Wie Gavin selbst sagte, fing es plötzlich an, auf  seinem Rücken zu brennen – lokal begrenzt auf die Auflagefläche seines Pflasters.

Nun reagierte Gavin beispielhaft: Trotz der enormen Schmerzen stieg er langsam auf und hielt seine Dekopausen ein. Nach einer Erstversorgung auf dem Tauchboot wurde er in eine Klinik eingeliefert. Es stellte sich heraus, dass er eine sehr schwere Verbrennung erlitten hat, die jetzt mittels Hauttransplantation behandelt werden muss.

Gavins Fazit: "Das war schon eine sehr ungewöhnliche Situation, die aber leicht auch anderen Tauchern passieren kann. Man sollte sich bewusst sein, dass diese Wärmepflaster in bestimmten Situationen regelrecht gefährlich werden können."

Gavins Tauchunfall ist sicher als kurios zu bezeichnen aber eben auch als lehrreich. Ob Nitrox wohl bald in den Wärmepflaster-Beipackzetteln unter (gefährliche) Wechselwirkungen auftaucht?

Quelle: Taucher.net, 31.8.2015

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