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Ein Taucher entdeckte unweit der Thuner Schiffländte uralte Pfähle auf dem Seeboden. Archäologen ordnen die Funde zwei Dörfern aus der Bronzezeit zu.

In den Tiefen des Thunersees öffnete sich für die Archäologen eine Schatzkammer: Im Seegrund der Thuner Bucht entdeckte ein privater Taucher die Überreste von Dörfern aus der Bronzezeit. Der Finder lieferte im Herbst 2014 beim Archäologischen Dienst des Kantons Bern überraschend eine Kiste voller Schätze ab. «Das war eine riesige Überraschung», sagt Adriano Boschetti, Leiter des Archäologischen Dienstes, über den sensationellen Fund. Die weiteren Schätze wurden dann in den letzten Monaten von Tauchern geborgen und gesichert.

Bis anhin habe man nur geahnt, dass die Thuner Bucht bereits in der vorchristlichen Zeit bewohnt worden war. Einzelne Funde und Gräber hätten darauf hingewiesen. Die jetzige Entdeckung gibt nun Gewissheit: «Es lassen sich mindestens zwei Siedlungsphasen belegen», so Boschetti. Die Überreste der beiden Dörfer lassen vermuten, dass die ältere Siedlung um 1050 v. Chr., die jüngere um 950 v. Chr. bestanden hat. «Dass man auch heutzutage noch so viele Überreste finden kann, ist erstaunlich», sagt Boschetti. Der Archäologe kann sich vorstellen, dass die damaligen Thuner besonders reich waren oder einen anderen Lebensstil führten als ihre Zeitgenossen.

Thun war in Bronzezeit ein begehrter Wohnort

Das westliche Ufer des Thunersees scheint ein begehrtes Siedlungsgebiet gewesen zu sein. Im vergangenen Herbst waren etwas abseits des heutigen Ufers Spuren eines weiteren, noch etwa 150 Jahre älteren Dorfes entdeckt worden. Auf einer Baustelle im dortigen Schoren in Gwatt fanden Arbeiter bronzezeitliche Überresten. «Die verschiedenen Stellen der Siedlungen zeigen, dass sich der Spiegel des Sees immer wieder verändert hat», so der Fachmann. Denn die Pfahlbaudörfer seien einst direkt am See errichtet worden. Aufgrund der Seespiegelschwankungen liegen die Funde heute zum Teil unter Wasser und zum Teil an Land, tief im Boden unter jüngeren Schichten.

Die geborgenen Schätze sollen der Öffentlichkeit nun nicht länger vorenthalten werden. Die Bronzefunde aus dem Thuner Seebecken können ab dem 3. Mai 2016 im Schloss Thun besichtigt werden.

Quelle: 20 Minuten, 27.4.2016

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