Das Geheimnis um die Steinhaufen im Bodensee bleibt ungelöst. Nun haben ETH-Forscher Hölzer analysiert, die aus den Haufen geborgen wurden: Sie sind rund 5500 Jahre alt.

Auf die Steinhaufen sind deutsche Forscher 2015 gestossen, als sie mit modernster Technik den Grund des Bodensees neu vermassen. Die Haufen liegen zwischen Bottighofen und Romanshorn etwa 250 Meter vom Ufer entfernt in regelmässigen Abständen in einer Tiefe von rund fünf Metern und messen rund 20 mal 15 Meter.

Seither wird über das «Stonehenge vom Bodensee» gerätselt: Handelt es sich um menschliche Bauwerke oder um eine blosse Laune der Natur? Einen möglichen Hinweis sollten Holzstücke liefern, die Taucher aus den Haufen geborgen hatten. Forscher der ETH untersuchten die Eschen-Proben auf ihr Alter. Das Ergebnis: Das Holz muss zwischen 3650 und 3350 vor Christus, also in der Jungsteinzeit, geschlagen worden sein, wie der «Südkurier» berichtet. Waren also Pfahlbauer am Werk?

Wie der Thurgauer Kantonsarchäologe Hansjörg Brem ausführt, lässt diese Erkenntnis noch keine Schlüsse zu, was das Alter der Steinhügel betrifft: «Ein direkter konstruktiver Zusammenhang zwischen den Hügeln und den Hölzern konnte nicht festgestellt werden.»

Auch was den möglichen Zweck der Erhebungen betrifft, tappt man im Dunkeln. Eine mögliche Erklärung, wonach es sich um eine Leitvorrichtung für Flosse und Boote handeln könnte, hat sich bisher nicht erhärtet. Auch sind keine Pfahlbauten in der Gegend bekannt. Mit anderen Worten: Die Steinhaufen dürften die Archäologen noch eine Weile beschäftigen.

Quelle: 20min, 8.2.2017

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