Im Verlauf einer Höhlentauchausbildung mit einem JJ Rebreather kam aktuell ein Münchner Taucher in der Blue Grotto / Florida ums Leben. Diese Süßwasserhöhle hat eine Maximaltiefe von 30 Metern  und weist neben besten Sichtweiten auch eine ausgezeichnete Infrastruktur für die Ausbildung auf. Die gleichnamige Tauchbasis „Blue Grotto“ ist im Besitz von Dave Myler, der Schweizer Kurt Huber leitet die Tauchaktivitäten und die Tauchschule.

Am 13. April war die Schweizer Tauchlehrerin S.W. mit zwei Deutschen Schülern in Tampa / Florida in die USA eingereist. Am 16. April sollte im Ausbildungsverlauf der Skills „black out“, also totaler Sichtverlust, simuliert werden. Dazu wurde die Tauchmaske mit einem Neoprenüberzug versehen, was jede Orientierung und schließlich auch die Funktionsüberwachung des Rebreathers unmöglich macht.

Allerdings ist diese Vorgehensweise, wie sie bei der der Höhlentauchausbildung mit offenem Gerät angewandt wird, in den Ausbildungsrichtlinien Technischer Tauchverbände so nicht vorgesehen. Da heute gebräuchliche Computer und HUD nachweislich auch unter schlechtesten Sichtbedingungen ablesbar bzw. erkennbar sind, wird auf die völlige Abschirmung der Maske verzichtet. Unter diesen Umständen ist der Sauerstoffpartialdruck nicht mehr kontrollierbar, weshalb es angezeigt wäre, auf das Bailout umzusteigen, bis die Instrumente wieder kontrolliert werden können.

Selbstverständlich verbleibt der Ausbilder bei dieser Übung in unmittelbarer Nähe des Schülers, um jederzeit eingreifen zu können.
Ungeklärt ist eine Reihe von Punkten.

Den Tod auslösendes Merkmal dürfte der zu niedrige Sauerstoffgehalt im Atemkreislauf gewesen sein, denn wie festgestellt wurde, war die Sauerstoffflasche geschlossen. Entsprechende optische Warnungen der Computer und des HUD konnte der Verunfallte mit der Abschirmung der Maske nicht erkennen. Ebenso ist nicht kommentiert, warum die Tauchlehrerin sich nicht bei ihrem Schüler aufhielt, sondern auf Tiefe eine Dekrompressionsphase absolviert haben soll. Weiter stellt sich die Frage, warum der zweite Tauchschüler nicht wie üblich im Buddyteam zugeteilt war.

Quelle: Unterwasserwelt.de, 21.4.2016

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