Ein aufwendiges Forschungsprojekt mit Angelködern vor Unterwasserkameras stellt eine weit verbreitete wissenschaftliche Annahme infrage.

Rückläufige Fischfänge in stark befischten Fanggründen müssen nicht zwangsläufig bedeuten, dass dort auch tatsächlich die Fischbestände schrumpfen. Zu diesem Schluss kommt ein von der EU gefördertes deutsch-spanisches Forschungsprojekt unter Federführung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der Berliner Humboldt-Universität.

Vielmehr kann es auch sein, dass sich über die Generationen diejenigen Tiere verstärkt vermehren, die einen grösseren Hang zur Vorsicht in den Genen tragen. «Die von uns gesammelten Daten lassen vermuten, dass in intensiv befischten Gebieten die Fangraten einiger Fische stark zurückgehen können, ohne dass die Fischbestände proportional sinken», sagte der Erstautor der Studie, Josep Alós.

Die Ergebnisse wurden im«Canadian Journal of Fisheries and Aquatic Sciences»veröffentlicht.

Quelle: 20 Minuten, 8.5.2015

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