Europäische Forscher haben Unterwasser-Roboter entwickelt, die sich wie Fischschwärme vernetzen und so dereinst bei Rettungsmissionen mitwirken könnten.

Die Roboterschwärme des EU-Forschungsprojekts COCORO bestehen aus autonomen Einzelrobotern, die aus vergangenen Erfahrungen und ihrer Umwelt lernen können. Sie interagieren und tauschen Informationen aus, was eine Art kollektives Bewusstsein ergibt. Dies unterscheide COCORO von anderen, ähnlichen Projekten, erklärte Thomas Schmickl von der der Karl-Franzens-Universität Graz in einer Mitteilung des EU-Informationsdiensts Cordis.

In einem Experiment schwammen zwanzig Roboter vom Typ «Jeff» in einem Wasserbehälter. Durch den Kontakt untereinander wurden sie sich allmählich der Grösse ihres Schwarms «bewusst». Dies geschah, indem die Roboter Statusinformationen mit Hilfe von LED-Lämpchen weiterleiteten.

Möglicher Einsatz in Such- und Rettungsoperationen

In einem weiteren Versuch im Hafen von Livorno (I) sollten die Roboter Trümmerteile eines versunkenen Flugzeugs finden. Mit Hilfe von elektromagnetischen Signalen fand ein Roboter das Flugzeug und rekrutierte über die LED die anderen Roboter hinzu. Sie trotzten dabei Wellen, Strömungen und dem korrosiven Salzwasser.

Mögliche Anwendungen solcher Roboter sehen die Forscher bei der dezentralen Umweltüberwachung sowie Such- und Rettungsoperationen. An COCORO waren Biologen, Informatiker und weitere Experten beteiligt. Das Projekt lief von 2011 bis 2014 und erhielt 2,9 Millionen Euro an EU-Finanzmitteln.

Quelle: Tages-Anzeiger, 29.5.2015

Go to top