In freier Wildbahn werden vermehrt Haie mit zwei Köpfen gesichtet. Schuld sind Mutationen – und laut Forschern auch der Mensch.

Klingt wie aus einem schlechten Horrorfilm, ist aber kein Einzelfall: Fischer stossen in den Weltmeeren vermehrt auf Baby-Haie mit zwei Köpfen.

Ein Wissenschaftler-Team aus Spanien hat jetzt versucht, dem Phänomen auf den Grund zu gehen und dafür rund 800 Embryonen des atlantischen Sägeschwanz-Katzenhais unter die Lupe genommen.

Bei einem Exemplar wurden die Forscher fündig, wie der «Independent» berichtet. Im durchsichtigen Hai-Ei steckte ein Embryo mit zwei Köpfen.

Ein Fazit der Forscher: Die mehrköpfige Kreatur könnte schlicht eine Laune von Mutter Natur sein, geäussert in Form einer Genmutation.

Rätsel der Meere

Auch Infektionen oder Verschmutzungen kämen theoretisch als Gründe für eine solche Missbildung in Frage, könnten aber aufgrund der guten Laborbedingungen so gut wie ausgeschlossen werden.

Schuld ist auch der Mensch

Meeresbiologe Nicolas Ehemann, der zu dem Phänomen in den karibischen Gewässern Mexikos forscht, sieht auch die Überfischung der Weltmeere als einen möglichen Grund für die Mehrköpfigkeit.

Durch den Raubzug des Menschen verkleinere sich der Genpool der Fische, was wiederum häufiger zu genetischen Mutationen führe. Allerdings gestalte sich die Feldforschung eher schwierig: «Es ist nicht so, dass man ein Netz auswirft und oft zweiköpfige Haie fängt», gibt Ehemann zu bedenken.

In einem Punkt sind sich die Forscher jedenfalls einig: Ob der betroffene Hai-Nachwuchs in freier Wildbahn überlebensfähig sei, beurteilen sie eher skeptisch. Kein Grund zur Hysterie also, der zweiköpfige Killer-Shark bleibt eine Fantasie der Filmindustrie.

Quelle mit Bildern: 20min.ch, 8.11.2016

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