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Schutzengel gibt’s auch unter Wasser

Walchensee – Die Sommer-Saison am Walchensee ist vorbei, doch die örtliche Wasserwacht ist bei dem schönen Herbstwetter weiterhin gefordert. Das geht aus dem Pressebericht der Ehrenamtlichen hervor.

Tags zuvor hatten zwei Taucher aus dem Allgäu großes Glück im Unglück. Die beiden Männer wollten nahe der Pioniertafel ins Wasser gehen. Sie trugen Trockentauchanzüge. Einer der beiden, ein 41-Jähriger aus Fischen, bekam plötzlich Probleme mit dem Luftventil im Anzug und sackte ab. Sein Kamerad, ein gleichaltriger Mann aus Kempten, tauchte ihm nach, verlor ihn aber in einer Tiefe von zirka 40 Metern aus dem Auge. Der Kemptner tauchte wieder nach oben und alarmierte die Rettungskräfte. Kurze Zeit später, noch vor deren Eintreffen, tauchte sein Kompagnon einige Meter entfernt wieder auf – er hatte das Problem mit dem Luftventil selbst lösen können, indem er kopfunter, also mit den Füßen nach oben, auftauchte. Der Mann sei ein erfahrener Taucher, so die Wasserwacht Walchensee. Gleichwohl habe er aber großes Glück gehabt.

Quelle: www.merkur.de, 2.11.2016

Forscher beobachten eine Zunahme von Hai-Attacken weltweit. Sie führen dies auf zwei mögliche Ursachen zurück.

Tiefe, auf dem Kontrabass gestrichene Noten drängen aus den Lautsprechern, E und F im immer schneller werdenden Wechsel. Oft reichen schon zwei, höchstens sechs Töne, um eine ganze Welt von beängstigenden, elementaren Assoziationen zu erwecken. Mit diesen Noten beginnt die Filmmusik von «Jaws – Der Weisse Hai».

Von einem solchen Raubtier angegriffen zu werden, ist für viele Wassersportler der ultimative Albtraum. Auch Profis wie Jan Frodeno, der vor etwas mehr als einer Woche auf Hawaii seinen Weltmeistertitel im Ironman-Wettbewerb verteidigte, fühlen die Angst. Der Sportler sagte vor den fast vier Kilometern Freistil im Pazifik, mit denen der Dreikampf beginnt: «Die Angst vor dem Weissen Hai schwimmt bei mir immer mit.» Tatsächlich ist bei dem Wettbewerb noch kein Zwischenfall gemeldet worden. Doch jedes Jahr werden Menschen vor den Küsten der Inselgruppe von den Meeresräubern verletzt. Im letzten Jahr gab es sieben Attacken, eine davon endete tödlich.

Genau diese Angst, dieses Image der blutrünstigen Killer versuchen Hai-Experten weltweit zu bekämpfen. «Wir Menschen stehen nicht auf dem Speiseplan», schrieb zum Beispiel die amerikanische Unterwasser-Fotografin Tam Warner, nachdem ein Weisser Hai mit aufgerissenem Maul fast in ihren Tauchkäfig eingedrungen wäre. Forscher bestätigen das: «Die Furcht vor Haien wird durch Gefühle, nicht durch Vernunft bestimmt», stellen Blake Chapman und Daryl McPhee von der Bond University in Australien klar. «Die wirkliche Gefahr ist gering, und die meisten Angriffe führen nur zu sehr geringen Verletzungen.»

Mehr unprovozierte Angriffe

Die australischen Wissenschaftler stützen ihre Aussagen auf die Datenbank International Shark Attack File, die im Florida Museum of Natural History geführt wird. Dort verzeichnete das Team um Kurator George Burgess 98 unprovozierte Angriffe von Haien im Jahr 2015. Als unprovozierte Angriffe werden zum Beispiel solche auf Wassersportler bezeichnet, die also nicht versucht haben, die Raubfische zu fangen. Davon gingen sechs tödlich aus. Das sei gemessen an den Milliarden Stunden, die Menschen jedes Jahr das Wasser mit Haien teilten, sehr wenig. Das Risiko, im kommenden Jahr bei einem Hai-Angriff zu sterben, beziffern die Forscher auf eins zu 3,75 Millionen. Bei einem Feuerwerk zu Tode zu kommen, sei elfmal so wahrscheinlich. Ähnliche Zahlen liefert eine andere Datenbank, Global Shark Attack File, die an der Princeton University gepflegt wird: Dort zählte man 2015 110 unprovozierte Angriffe und 8 Todesfälle. 7 Menschen verloren Gliedmassen, häufiger haben Haie in Surfbretter oder Kajaks statt in Körper gebissen.

Insgesamt nehmen die unprovozierten Angriffe offenbar leicht zu. Die Datenbank in Florida verzeichnete 2015 einen neuen Rekord, die vorherige Höchstmarke von 88 war im Jahr 2000 aufgestellt worden.

Die Australier Chapman und McPhee ergänzen nun nach einer detaillierten Auswertung der Statistik: Gemittelt über die Periode 1982 bis 2013 gab es weltweit jedes Jahr 1,5 Angriffe mehr als im Vorjahr, schreiben sie im Fachblatt «Ocean and Coastal Management». 84 Prozent der Attacken passieren in sechs regionalen Hotspots: Auf die USA entfällt ungefähr die Hälfte, danach folgen Australien, Südafrika, Brasilien, die Bahamas und Réunion. Nur selten lässt sich die Spezies des Angreifers ermitteln; in den USA gelang das in knapp ­jedem vierten Fall. Häufig waren es Bullen-, Tiger- und Schwarzspitzenhaie. Die gefährlichsten Räuber aber bleiben – auch weltweit betrachtet – Weisse Haie.

Für die beobachtete Zunahme der Bisse stellen die Australier einige Hypothesen auf. Zum einen hat das Internet die Zahl der Berichte über solche Angriffe deutlich vergrössert. Der Anstieg ist also zum Teil ein Artefakt. Zum anderen begegnen sich Menschen und Raubfische tatsächlich häufiger im Wasser, und das liegt nicht daran, dass es mehr Haie gibt. Stattdessen hat in fast allen Hotspot-Regionen die Zahl der Anwohner und der Touristen deutlich zugenommen. Neue oder immer beliebtere Sportarten wie Wellenreiten, Kite Surfing oder Sea Kajaking bringen mehr Menschen weiter von der Küste weg.

Hinzu kommt nach Ansicht der Australier die veränderte Lebensumwelt der Tiere. So erwärmen sich die Meere langsam durch den Klimawandel und saisonal durch die Zufälle des Wetters. Beides kann Haie in Regionen locken, wo sie vorher nicht jagten. Anziehend wirkt auch die grosse Menge an Nährstoffen, die von gedüngten Feldern durch Flüsse ins Meer gelangen. Sie lässt zunächst die Anzahl von Beutefischen steigen.

«Diese Ursachen für Hai-Unfälle sind plausibel, aber nicht sehr konkret», sagt Robert Godknecht, Präsident der Schweizerischen Hai-Stiftung. Wissenschaftlich exakt könne man die Gründe ohnehin nicht ermitteln, weil sich Experimente verbieten. «Wahrscheinlich gibt es noch mehr Ursachen wie Überfischung, wegen der Haie hungrig bleiben, oder die Entsorgung von Schlachtabfällen ins Meer, die sie anlockt.»

Unerklärliche Häufung

Ein anderer Experte kritisiert die australische Studie wegen ihres Umgangs mit Daten. «Aus der Sicht des Hais sind alle Unfälle provoziert, man weiss lediglich nicht immer, was den Unfall auslöste», sagt der aus der Schweiz stammende Erich Ritter, der auf den Bahamas eine Tauchschule speziell für Hai-Begegnungen betreibt. Er betont zudem, man müsse die Zahl der Bisse stets ins Verhältnis zu den Menschen im Wasser setzen. Entsprechende Daten gibt es aber kaum; Ritter hat es in einer Studie am Beispiel Florida mit Zahlen von Strandbesuchern versucht, die Rettungsschwimmer geschätzt haben.

Dennoch blieb die Häufung der Angriffe in zwei Abschnitten unerklärlich, wo zwei von einer Million Sportlern Attacken erlebten. An anderen Stränden waren es nur zwei von einer Milliarde. Um Begegnungen von Mensch und Hai zu vermeiden, solange die Umstände derart unklar sind, sollten Verantwortliche vor allem auf Information setzen, schlagen die Australier Blakeman und McPhee vor: «Die effektivste Managementstrategie wäre, aktiv genaue Informationen über Haie und realistische Einschätzungen zum Risiko unprovozierter Bisse zu verbreiten.» Auch gezielte Warnungen für Wassersportler seien eine gute Idee. In der Region Kapstadt gibt es zum Beispiel seit 2004 das Shark-Spotter-Programm, das nach Sichtungen der charakteristischen Rückenflossen per Twitter und mit Fahnen am Strand vor der Gefahr warnt.

Delikatesse in China

In anderen Regionen erwägen Behörden das gezielte Töten grosser Haie; Tierschützer widersprechen heftig. Vor den Küsten Westaustraliens etwa sind seit 2014 immer wieder Haken mit Ködern ausgebracht worden – zunächst als reine Prävention, dann nach massiven Protesten nur noch gezielt und lokal nach Berichten über Angriffe. Gefangene Haie über drei Meter Länge wurden getötet.

Vor der brasilianischen Stadt Recife hingegen werden geköderte Tiere mit Sendern versehen und an Stellen weit weg von den Stränden wieder ausgesetzt. Diese Strategie sei besser für die Natur, stellte 2014 ein brasilianisch-portugiesisches Forscherteam fest, und biete auch Vorteile gegenüber Sperrnetzen vor Stränden. Denn darin verfangen sich auch viele andere Lebewesen.

Ohnehin ist das Überleben mancher Hai-Arten bereits gefährdet. Weisse und Hammerhaie stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutz-Union. Der Handel mit ihnen ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen eingeschränkt. Viele Gattungen der grossen Fische werden ausschliesslich wegen ihrer Flossen oder Kiemen gejagt, die vor allem in China als Delikatesse oder Medizin begehrt sind. 100 Millionen Tiere pro Jahr würden so erlegt, schätzten vor einigen Jahren kanadische Wissenschaftler. Manche Populationen seien um 80 Prozent eingebrochen. Die Schweizerische Hai-Stiftung bringt es auf den Punkt: «Die Haie bedrohen nicht uns, wir bedrohen die Haie.»

Quelle: Tages-Anzeiger, 18.10.2016

Unter dem ewigen Eis der Pole und in den lichtfernen Tiefen der Meere liegen die letzten weißen Flecken der Erde. Autonome Vehikel und autarke Meereslabore sollen diese Geheimnisse lüften.

Eine neue Generation von Tauchrobotern ermöglicht, was bislang für bemannte U-Boote zu aufwändig und schwierig war. Mit autonomen Gefährten und selbstständig arbeitenden Observatorien können Wissenschaftler inzwischen über Monate hinweg den Boden der Meere und das Leben in der Tiefe untersuchen. Noch bis Ende Oktober ist etwa Meeresbiologin Antje Boetius von der Universität Bremen mit dem "Nereid Under Ice Vehicle" (NUI) der amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution zu Forschungszwecken in der Arktis unterwegs, wie Technology Review in der Titelgeschichte seiner November-Ausgabe (jetzt am Kiosk und im heise shop erhältlich) berichtet.

Hybrider Roboter in der Tiefsee

Das NUI zählt als Unterwassergefährt allerdings noch zur Klasse der hybriden Roboter. Das sind jene Remotely Operated Vehicles, die noch durch haardünne Glasfaserkabel vom Mutterschiff aus gesteuert werden. Auch die Energieversorgung sowie die Übertragung von Bildern und Daten können über diese Verbindung erfolgen. Andererseits kann NUI jedoch auch in begrenztem Umfang autonom operieren. Verliert der Roboter die Verbindung zu der Forschungsmannschaft, etwa auf dem Eisbrecher "Polarstern", oder wird das Kabel gezielt gekappt, kann er selbstständig nach programmierten Abläufen arbeiten.

NUI ermittelt Stärke des Eises

Antje Boetius erhofft sich zum Beispiel, dass NUI von unten die Stärke des arktischen Eises ermittelt. Dazu führt das Vehikel ein großes Arsenal an Kameras und Sensoren mit sich: "Allein seit 2012 ist die durchschnittliche Dicke von zwei auf unter einen Meter geschrumpft", sagt die Forscherin. "Das ist nicht nur ein deutliches Zeichen der Klimaerwärmung, sondern geht auch einher mit Änderungen des Ökosystems insgesamt. Das Eis schmilzt viel schneller als berechnet, und die Meeresbewohner müssen sich anpassen.“

Mehr zu dem Thema lesen Sie in der neuen Ausgabe von Technology Review (im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich, https://shop.heise.de/katalog/technology-review-11-2016)

Quelle: heise.de, 17.11.2016

Bei der Fachstelle für Tauchunfallverhütung (FTU) ist eine Zusammenfassung der Tauchunfälle 2015 abrufbar:

Im Nordwesten Spaniens ist einem Fotografen ein seltenes Tier vor die Linse geschwommen. Für den Kalmar gab es jedoch kein Happy End.

Im Nordwesten Spaniens ist einer der grössten jemals lebend gesichteten Riesenkalmare entdeckt worden. Einem Hobbyfotografen sei am Strand von A Coruña in Galicien eher zufällig ein Bild des 105 Kilo schweren Tieres geglückt, berichtete die Nachrichtenagentur efe.

Das Tier in Spanien sei schwer verletzt gewesen, habe aber noch ein intaktes Auge gehabt, hiess es am Dienstag unter Berufung auf die Sammelstelle für die Erforschung und den Schutz von Meereslebewesen (Cepesma). Ein ähnlich grosser Riesenkalmar (Architeuthis) sei bisher nur einmal lebend gefilmt worden – vor zwei Jahren in Japan.

«Kampf der Titanen»

Es habe seine Farbe in ein leuchtendes Rot geändert, als es auf den Fotografen aufmerksam wurde. Vermutlich sei es zuvor von einem ähnlich grossen Artgenossen angegriffen und dabei verwundet worden, sagte Cepesma-Präsident Luis Laria und sprach von einem «Kampf der Titanen». Der Riesenkalmar sei kurz darauf gestorben und werde nun von Wissenschaftlern genauer untersucht.

Riesenkalmare leben normalerweise in der Tiefsee und verfügen über acht Arme und zwei lange Tentakel sowie riesige Augen. Um sie ranken sich viele Seemanns-Legenden, oft werden sie als vielarmige Meeresungeheuer bezeichnet.

Quelle: Tages Anzeiger, 11.10.2016

Contents:

  • New Kids on the Block!
  • Waiting for the Light
  • Human Factors & Decision Making in Diving
  • Deep Survival
  • Hyperbaric Oxygen Therapy

Quelle: http://techdivingmag.com

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